Zeit für Partnerschaft

Mehr als 60% der EU-Bevölkerung zeigen sich bei Fragen zu Trinkwasserthemen nicht nur gut informiert, sondern auch sehr sensibel. Diese Erkenntnis ergab eine von Brüssel in Auftrag gegebene Umfrage in allen EU-Staaten. Die Menschen wünschen sich sauberes Trinkwasser aus dem Zapfhahn in der Küche, im Haus oder der Wohnung. Trinkwasser in einer Güte, dass auch den Namen verdient und keine von behördenpolitischen Grenzwerten verordnete Flüssigkeit.

Gemäß einer Studie von WHO und UNICEF soll bis zum Jahr 2025 die Hälfte der Weltbevölkerung kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung haben. Gelten diese Prognosen vor allem für Entwicklungs- und Schwellenländer, ist für die Industriegemeinschaft der nördlichen Halbkugel (mit schon immer üppiger Versorgung) deswegen aber keine Entspannung angesagt.

Das Gegenteil ist der Fall: Der vermeintliche Reichtum an Wasser wird gefährdet von zum Teil starken Verunreinigungen  des Grund- und Rohwassers mit industriellen, biologischen und pharmazeutischen Schadstoffen.
Am Beispiel der Nitratbelastung durch Überdüngung mag dies deutlich werden:

„Strengere Dünge-Regeln gefordert, da zu viel Nitrat im Trinkwasser!“ Nicht nur das Umweltbundesamt plädiert für strengere Dünge-Regeln, sondern auch die EU- Kommission in Brüssel macht laut der ARD-Sendung „Report Mainz“ massiv Druck. Dem Sender liege ein internes Schreiben der  Umweltkommission vor, in dem sich die Behörde …“weiterhin über die Entwicklung der Wasserqualität in Deutschland besorgt“ zeigt und eine schnellstmögliche Senkung der Nitratwerte fordert.

Doch die Wasserwerke haben immer größere Schwierigkeiten die Grenzwerte einzuhalten, weil die Landwirte immer mehr düngen (Nitrat-Eintrag über Gülle aus der Massentierhaltung und Gärreste aus Biogasanlagen) und damit die Nitratwerte nach oben treiben. Wie gravierend das Problem mittlerweile ist, geht aus der Aussage des Präsidenten des Bundesumweltamtes, Herrn Jochen Flashbart, hervor: „Ein Viertel des Grundwassers in Deutschland hat zu hohe Nitratwerte“.

Etwas provokant formuliert Alfons Baier, Geologe der Universität Erlangen, in dem aktuellen Beitrag „Report Mainz“, dass in einigen „Regionen in Nordbayern das Grundwasser direkt zum Düngen für die Felder verwendet werden kann – so viel an Düngemitteln, an Gülleinhaltsstoffen ist da drin.“

Die Zuständigkeit für eine neue Düngemittelverordnung liegt beim Bundeslandwirtschaftsministerium. Doch dessen Aussage, dass im Moment gerade an der ganzen Düngeverordnung gearbeitet werde und dies ein normaler Prozess sei, der in der Regel mehrere Jahre dauern kann, lässt hier auf keine schnelle Lösung der Probleme hoffen. So bleibt zu befürchten, dass das Grundwasser weiter verpestet und letztlich auch die Qualität des Trinkwassers leiden wird. (fp)

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